Die 1977 auf Rügen geborene Künstlerin studierte bei Prof. Hans-Jürgen Diehl an der Universität der Künste, Berlin.

 

Andrea Damps Arbeiten verführen den Betrachter dazu, augenblicklich in die Bilder einzutauchen. Durch gestaffelte Schichtungen mit meist prägnanter Farbgebung entsteht unabhängig vom einzelnen Sujet ein visueller Sog, der ein verbindendes Merkmal der in der Ausstellung „Blueth“ versammelten Gemälde ist. Die Ambivalenz zwischen Erzählung und Abstraktion bildet das Fundament von Andrea Damps Malerei. Unbeschwert und leichtfüßig, in ihre jeweiligen Tätigkeiten vertieft wirken die Protagonisten ihrer Werke. Stets prägt eine verträumte surreale Stimmung den dichten aber nie überladen wirkenden Bildraum. Überraschungen und Abenteuer scheinen jederzeit zum Greifen nahe.

 

Die Berliner Künstlerin arbeitet in ständigem Dialog mit dem historischen Gerüst der Malerei. Die vielfältigen formalen Experimente und Konzepte der abstrakten und gegenstandsfreien Kunst im zwanzigsten Jahrhundert, wie das Schütten und Gießen, Sprühen und Kratzen, Wischen und Schleifen, zählen als lebendige Reminiszenz an jene Ära der Avantgarde, zum Grundvokabular von Andrea Damp. In einem langsamen, zeitintensiven Arbeitsprozess entstehen so Schicht für Schicht in einzelnen Etappen ausgeklügelte Tableaus mit hoher erzählerischer Kraft. In einer Zeit, in der täglich Millionen Bilder neu entstehen, existiert für beinahe jede Idee bereits ein ihr Ausdruck verleihendes Bild. Folglich nutzt Damp als Quelle ihrer Bildideen ein großes über die Jahre angewachsenes Archiv aus Fotografien. Aus diesem Fundus speisen sich das Personal und fast alle gegenständlichen Elemente ihrer Bilder. Durch Überblendung und Einarbeiten erhalten so zeitgenössische aktuelle Figuren und Gegenstände Eintritt in ihre an sich zeitlose Malerei und lösen einen kraftvollen poetischen Transformationsprozess aus.

Hansjörg Fröhlich

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