geboren 1975, lebt und arbeitet in Karlsruhe.

 

Blick auf den Umschlagspunkt

 

Wenn Figuration – die mimetische Darstellung von Gegenständen – und Abstraktion – die Loslösung von allen realen, „natürlichen“ Gegenständen – die Pole sind, zwischen denen sich alle Möglichkeiten von Form und Gestalt abspielen, dann sind Jörg Globas‘ Arbeiten genau auf der Schwelle angesiedelt. Wenn der Raum der Logik durch den Satz vom Widerspruch definiert ist, nach dem dieselbe Aussage unmöglich zugleich bejaht und verneint werden kann, dann markieren Globas‘ Arbeiten die Grenze zwischen Entweder und Oder und zeigen zugleich ein Sowohl-als-Auch, eine fragile Denkunmöglichkeit in einem visuell stabilen Moment von Unwiderlegbarkeit.

Die minimalistische Strichführung von Globas‘ Gemälden – Aquarelle auf Papier – erinnert nicht zufällig an Pinseltechniken, wie sie in der traditionellen asiatischen Kalligraphie zur Anwendung kommen. Gerahmt sind sie in vom Künstler nach einer selbstentwickelten Methode handgefertigten Holzrahmen, die in ihrer Schlichtheit nicht zufällig an japanische Handwerkskunst erinnern, wie sie etwa in der Fertigung von Shojis oder Masus zur Anwendung kommen.

Was zeigen Globas‘ Bilder? Fasern, Wirbel, Ströme, Knoten, Membranen, Gewebe … und zugleich nichts von alledem. Feine Pinselstriche überlagern sich so, dass sie monochrome bis vierfarbige Strukturen bilden und den Blick in einen Raum, eine Tiefe eröffnen, die sich auf der Fläche abspielt.

 

Dominic Angeloch

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